Was passiert eigentlich, wenn man auf Spam antwortet?

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Was passiert eigentlich, wenn man auf Spam antwortet? Matt Brittin von Google bzw. „google@info.co.uk“ (einer britischen Branchen-Suchmaschine), der sich wohl eine E-Mail-Adresse mit einem Jefferey Dean des russischen Freemail-Anbieters Yandex teilt, hat mich heute darüber informiert, dass ich als „treuer Google-Nutzer“ eine Belohnung erhalten würde. Ein seriöseres Angebot habe ich nie zuvor bekommen! Obwohl mich Matt Brittin persönlich anschreibt, scheint er meinen Namen nicht zu kennen. In der Anlage der E-Mail ist ein PDF-Dokument zu finden und die Google Inc. wurde kurzerhand zur „Google IncR“ gemacht. Betrug, ohne Zweifel.

Das Experiment

Die PDF-Datei ist wohl der Dreh an der Sache. Natürlich war ich nicht sonderlich überrascht, als ich versuchte die Datei zu öffnen und mir das gar nicht erst gelang – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, versteht sich.

Auf einem Test-Mac mit aktuellen macOS 10.12 ließ sich die Datei nicht öffnen: „Die Datei Google_User.PDF konnte nicht geöffnet werden. Möglicherweise ist sie beschädigt…“. Selbes Spiel unter Linux Mint, aber unter Windows 10 war ich erfolgreich. Die Datei öffnete in Sekundenschnelle die Windows-Eingabeaufforderung, führte scheinbar ein Script aus und schloss sich auch genau so schnell wieder. Leider gelang es mir nicht herauszufinden, welche Code-Zeilen in dieser Datei steckten. Egal, das war auch gar nicht mein Ziel – viel mehr wollte ich doch mit Mr. Matt Brittin einen Plausch halten. Da ich davon ausgehe, dass meine Mail-Adresse zufallsgeneriert war, habe ich extra eine „Fake-Adresse“ eingerichtet um zu antworten:

Dear Mr. Brittin.
I’m really happy to hear from you. How much is it? 5 million? 6 million, 9 million or even more? US-Dollar or Euro?? I love Google and I love how they care about their active users. Please get back to me as soon as possible with details about how the transaction will be done. Please let me also know if you need my banking information but I would prefer to meet you in person and you hand out the money to me in sweet little banknotes then.
You made my day. Thanks again!

Sincerely,
A really happy active Google user

Hübsche kleine Geldscheine! 🙂  Die E-Mail habe ich an google@info.co.uk geschickt, doch diese Adresse existierte nicht, also an die Antwortadresse. Schon wenige Stunden später kam die Antwort von Mr. Brittin, diesmal von der Antwort-Adresse jefferey.dean2016@yandex.com. Bedauerlicherweise hielt sich Mr. Brittin oder Mr. Dean sehr kurz…:

Hm! Neuer Versuch:

Hello again.
Well, when I try to open the attachment nothing happens. Please let us get back to our face-to-face meeting. Just tell me when and where, and I’ll be there 30 minutes late.

Nach zwei Tagen Wartezeit kam die Antwort – mit neuer und diesmal „echter“ PDF-Datei:

Wie jetzt… Nur 950.000 Pfund? Das sind ja nur 1,1 Millionen Euro?? Neuer Versuch:

TO: awardclaimsoffice939@gmail.com
CC: jefferey.dean2016@yandex.com

Dear Mr. Dean.
I am very disappointed right now. GBP 950,000 is only around EUR 1.1 million. That seems very few for being a very active Google user for more than 15 years by now. I mean, 15 YEARS! What can you do with 1.1m Euro? I couldn’t even afford the gilded monument of myself in the entrance hall of my new estate. That’s only the deposit of my new Lamborghini Veneno Roadster. That’s Peanuts!! I really love Google and all of their products including Google+ but what have I done to offend you?

Let me give you a word of advice. 10 million cash or I will use Microsoft Bing, Hotmail and Windows Phone from now on!

Sincerely,
A disappointed Google user

Es folgte keine Antwort mehr von Mr. Dean oder Mr. Brittin. Schade! Dahin ist mein Luftschloss, das Monument von mir, der Lamborghini, die Yacht… 😉  Ich weiß allerdings, dass zur Zeit eine Phishing-Mail der „Microsoft Lottery“ in Umlauf ist und hoffe, dass die mir meine zustehenden Millionen ausbezahlen!

Übrigens, Matt Brittin sowie Jeffrey Dean (Jeffrey und nicht „Jefferey“ wie in der Phishing-Mail geschrieben) sind tatsächlich reale Personen, die für die echte Google Inc. arbeiten.

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