Telekom PULS Review

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Als Steuerzentrale für Telekom-Dienste soll das Telekom PULS mit eigens angepasster Oberfläche ein Tablet in jedem Haushalt etablieren. Für 49,99 EUR erhalten Kunden mit den Tarifen „Magenta Zuhause M/L“ bzw. 79,99 EUR mit „Magenta Zuhause S/XS, Call&Surf und Entertain“ das Tablet stark vergünstigt – der Normalpreis liegt bei rund 150,00 EUR.

Technische Daten

  • Android-Version 5.0.0 Lollipop
  • 8-Zoll-Display bei einer Auflösung von 1.280×800 Pixeln
  • 1,3 GHz 32-bit Prozessor
  • 1 GB Arbeitsspeicher
  • 16 GB interner Speicher
  • SD-Kartenslot
  • 5,0 Megapixel Hauptkamera
  • 2,0 MP Frontkamera

Das Gerät stammt aus der Linie von Alcatels OneTouch, für den Preis von 49,99 EUR bzw. 79,99 EUR sind die Spezifikationen angemessen. Mehr Arbeitsspeicher, eine aktuelle Android-Version und eine bessere Kamera sowie eventuell ein LTE-Modul wären dennoch wünschenswert. Ein langes Ladekabel mit Stromadapter sticht sofort ins Auge, sind sonst doch kurze USB-Kabel oft ohne Adapter bei den meisten Geräten Standard. Alles in allem ist das Telekom PULS ein normales Android-Tablet mit allen typischen, aus dem Google-Betriebssystem bekannten Möglichkeiten und Funktionen.

Als Telekom-Steuerzentrale enttäuschend

Beim Erststart des Geräts muss die Telekom-Zugangsnummer sowie das zugehörige Telekom-Kennwort eingegeben werden. Auf dem Bildschirm begrüßen verschiedenste Telekom-Dienste; Hometalk, Sprachbox, Entertain, persönliche Betreuung, T-Online-Webdienste und mehr.Erstaunt musste ich feststellen, dass kaum ein Telekom-Dienst nutzbar ist. Bis auf die Funktionen von Entertain, die ich mangels dieses Dienstes nicht testen konnte, waren außer der Wettervorhersage und telekomeigenen App-Vorschlägen (TopApps) noch nicht einmal die T-Online-Webangebote abrufbar. HomeTalk steht seit Wochen nicht zur Verfügung. Telekom Mail zeigt nur eine weiße Seite. Das MedienCenter akzeptiert keinen registrierten Benutzernamen und kein Kennwort.

T-Online Webangebote können nicht abgerufen werden und sind ohne Funktion. Dienste wie Wetter besitzen keine Live-Ansicht, sind nicht konfigurierbar und verweisen nur über den System-Browser auf die undefinierte Startseite eines Wetterdienstes. Die Sprachbox-App lässt sich nicht starten.

Unangenehme Bedienung bei liegendem Gerät

Stark störend ist die hinten aus dem Gehäuse herausragende Hauptkamera. Liegend ist das Tablet so schlecht bedienbar, es kippelt und macht das Arbeiten unangenehm.

Telekom-Optimierungen schlecht zu ersetzen

Unter den gegebenen Umständen habe ich mich entschlossen den Google Now-Launcher zu bevorzugen – das ist auch weiters kein Problem. Der PULS-Launcher ist über den Lockscreen auch bei verändertem Launcher abrufbar, funktioniert dann aber nur fehlerhaft, da nach der ersten Aktion immer wieder der eigeneingestellte Launcher gestartet wird. Trotzdem kann er nicht entfernt werden. Telekom-Apps lassen sich teilweise nur deaktivieren, nicht deinstallieren und auch die veränderten Programm-Icons sind nicht auf Google-Standard umstellbar.

Fazit

Als Telekom-Steuerzentrale muss ich das Tablet als ungeeignet bezeichnen, wer aber von geringfügigen Schwächen wie der herausstehenden Kamera und den Telekom-Diensten absehen kann, wird mit dem PULS zufrieden sein. Als normales Tablet überzeugt das Gerät und ist im Alltag gut zu gebrauchen. Das beinahe unangetastete Android 5.0.0 bringt mit nachinstalliertem Google Now-Launcher eine gewohnte Umgebung – ob es Wartungsupdates oder gar eine Aktualisierung auf Android 6 erhalten wird, bleibt noch abzuwarten. Gemessen an dem stark vergünstigten Preis und der Leistung kann ich jedoch eine klare Weiterempfehlung aussprechen.

++UPDATE 2017++

Inzwischen sind zwei Jahre vergangen. Das Telekom PULS bekommt zwar in regelmäßigen Abständen Sicherheitsupdates, trotzdem aber bereits Android 7 erschienen ist, erhält das Gerät nicht einmal ein Update auf Android 6. Jedes Sicherheitsupdate ist damit geplagt, dass sich der Telekom-Launcher wieder aktiviert und eine vollständige Neueinrichtung erfordert. Wenigstens sind nun einige der oben genannten Telekom-Dienste nutzbar (Telekom Mail, Sprachbox und der Login in das MedienCenter), wenn auch bei weitem nicht alle – hat nur zwei Jahre gedauert.

5.0
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