PC-Markt schrumpft weiter

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Der PC-Markt schrumpft, das ist längst keine Neuigkeit mehr. Im vergangenen Jahr 2016 sind die PC-Verkäufe um 6,2 Prozent zurückgegangen (Gartner Technology Research). Warum, darüber sind sich die Experten uneins: Fehlende Innovationen, das im Vergleich zu Windows 7 eher weniger beliebte Windows 10 oder vielleicht der Boom von Smartphones und Tablets?

Wo stehen wir derzeit?

Kommentar – Wir haben ultraschnelle SSD-Festplatten deren Kapazitäten im Preisverhältnis langsam aber sicher akzeptabel werden. Wir haben die Möglichkeit zu hochauflösender 5k-Grafik und/oder VR-Technologie, Mehrkern-Prozessoren, Highspeed-USB 3.1, Gigabit-LAN, 802.11 ac-Wifi und noch viel mehr. Die Suche nach dem passenden PC war noch nie einfach, aber meine neuerliche Recherche nach einem Office-PC mit gewissen persönlichen Anforderungen hat mir beinahe einen Schlag versetzt. Ich suche grob zusammengefasst eine Workstation. Mindestens eine 240 GB SSD für das System muss schon sein, 1 TB Festplatte, >3 GHz Quad-Core-Prozessor, 16 GB RAM und einer Grafikkarte, die zwar keine Spiele-Anforderungen erfüllen muss, doch nicht gleich beim ersten HD-Film in die Knie gehen sollte. Wer suchet, der findet? Zumindest bei der Suche nach einem PC ein Irrtum.

Kein „Zocker“ und nur wenige „Power-User“ werden einen Fertig-PC empfehlen, dennoch sollte man annehmen können, dass wir uns auch in diesem Bereich im 21. Jahrhundert bewegen. Das auffindbare Angebot namhafter Hersteller bewegt sich überwiegend in einem Preisrahmen von 700 bis weit über 1.000 Euro. Für diese Spanne sollte man meinen, eine brauchbar vorkonfigurierte Workstation zu bekommen: Leider nein. Heute, 2017, haben sich Standard-Geräte eingenistet… 4 GB Arbeitsspeicher, 500 GB Festplatten, SSD eher als Randerscheinung, am besten noch mit einem fast zehn Jahre alten Windows 7 und Grafikkarten so schlecht, dass überhaupt Aero Glass dargestellt werden kann, grenzt an ein Wunder. HDMI-Anschluss? Nein! Gigabit-LAN-Port? Eine Seltenheit! Ich muss zugeben, ein „Bastel-PC“ ist eigentlich nichts für mich, gerne habe ich Komponenten abgestimmt und aus einer (qualifizierten) Hand. Auspacken und fertig, nicht noch lange einbauen und installieren…

Ein aktuelles Angebot eines bekannten deutschen Technik-Markts hat mich aber umgestimmt: Ein Desktop-PC für 799,95 Euro mit 4 GB RAM, 500 GB HDD, 2,5 GHz Intel i3-Prozessor, Windows 7 und einer nicht weiter definierten „On-Board HD“-Grafikkarte – für 800 Euro! Mit welcher Energie früher die Internet-Trolle aus ihren Ecken gekrochen kamen, wenn Apple einen neuen Mac in einem Preisspektrum von über 1.000 Euro vorgestellt hat… Für mich ist es daher verständlich, wenn der Otto-Normalverbraucher seinen alten PC dann doch noch eine Weile behält und kein PC-Hersteller muss sich wundern, wenn seine Geräte nicht mehr verkauft werden.

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